Gymnasium Elmschenhagen

G8-Gymnasium der Landeshauptstadt Kiel im Schulzentrum Elmschenhagen

Schule früher – für einen Tag witzig, für immer schlimm

Am 8. November 2012 haben wir, die Klasse 9a, eine Exkursion zum Schulmuseum nach Hamburg unternommen. Der Aufenthalt im Schulmuseum war in zwei Phasen unterteilt, in einen Theorie- und in einen Praxisteil.
Die Theorieeinheit begann vor dem Schulgebäude, wo uns erläutert wurde, woran man damals eine Volksschule und ein Gymnasium erkennen konnte. Sie wurde in einem ehemaligen Klassenraum fortgesetzt. Dort waren Kleidung, Urkunden sowie Pässe ausgestellt; ebenfalls waren Portraits von Kaiser Wilhelm II und seiner Familie zu sehen. Was für Rohrstöcke es gab und wie sie eingesetzt wurden, das ist uns allen am stärksten im Kopf geblieben. Uns wurden verschiedene Schlagstöcke vorgestellt, vom Rohrstock bis zum großen Holzkochlöffel. Und uns wurde ein Buch gezeigt, in dem aufgeführt war, welches Kind für welches Vergehen, wann und wohin geschlagen wurde. Auch die Anzahl der Schläge wurde festgehalten. Solch ein Buch musste nur der Direktor führen, da er dazu befugt war, mit dem „Kochlöffel“ zu schlagen. Beispielsweise wurden zwei Geschwister mit jeweils zwei Schlägen bestraft, da sie auf der Straße die Lehrer nicht gegrüßt hatten. Ein Junge wurde mit sieben Schlägen bestraft, da er sich geweigert hatte vorzulesen. Abschließend wurde erläutert, wie der Unterricht früher ablief und was das Ziel der schulischen Erziehung war.

Schule damals

Schule heute

Ziel

- Gehorsam

- Selbstständiges Denken

Unterricht

- Disziplin

- Schlagen erlaubt

- Mädchen und Jungen wurden
getrennt unterrichtet

- Disziplin und Freiraum

- Schlagen verboten

- Mädchen und Jungen werden
zusammen unterrichtet

Lehrer

- Lehrer und Lehrerinnen

unterrichteten die Mädchen

- ausschließlich Lehrer
unterrichteten die Jungen

- Lehrer und Lehrerinnen unterrichten
Mädchen und Jungen


 

Der Praxisteil wurde in Form einer historischen Schulstunde abgehalten. Zu Beginn der Schulstunde haben die Mädchen sich eine Schürze umgebunden und die Jungs sich einen Matrosenkragen angelegt. Alle haben ein Namensschild mit einem damals üblichen Namen bekommen. Mädchen hießen z.B. Edda oder Agathe und die Jungs hießen z.B. Heinrich oder Hermann. Wir wurden nach Jungs und Mädchen getrennt in die Bänke gesetzt und der Unterricht begann mit der Anwesenheitskontrolle. Darauf folgte eine kurze Geschichts-, dann Schreib- und zum Schluss eine Gesangseinheit.
Die Exkursion ins Schulmuseum hat uns allen sehr gut gefallen. Uns sind die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse sowie das alltägliche Leben zur Kaiserzeit noch einmal erläutert worden und wir haben sie praktisch in Form einer Schulstunde erlebt. Die Exkursion war eine gute Idee: Sie hat den Geschichtsunterricht auf lebendige Weise ergänzt.
Laura Penczek (9a)

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